Ideologische Verbohrtheit. Moralische Hybris. Engstirnigkeit. Keine Bereitschaft zum »aktiven Zuhören«. Unbedingtes Miss-Verstehen-Wollen. In diesem Interview trifft ein geistiger Zwerg, der von der eigenen (Be-)Wertung der Welt überzeugt ist, auf einen Menschen, der Sach- und Fachkompetenz hat. Tilo Jung stellt Suggestivfragen, reißt Sätze aus dem Zusammenhang, bemüht Ad Hominem, Kontaktschuld und verteidigt verbissen die Erzählungen von Regierung und Tagesschau (ab ca. 2:00:00).
Warum schreibe ich das hier? Weil es exemplarisch ist, für den Verfall der Diskurs- und Debattenkultur in Deutschland seit 2020. Wenn Werte und Moral sowie Kampfbegriffe und schmutzige Etiketten über jede Form von Argument, Inhalt und Analyse triumphieren (müssen) — dann ist jeder Erkenntnisgewinn zum Scheitern verurteilt. Michael Lüders ist in diesem Interview die Sprachlosigkeit förmlich ins Gesicht geschrieben.
Die intellektuelle Kleingeistigkeit und die moralische Eindimensionalität sowie der durchschaubare und zwanghafte Versuch, Michael Lüders in eine rechte Schmuddelecke drücken zu wollen, hat mit »Journalismus« kaum etwas zu tun. Aber es ist dennoch ein Paradebeispiel dafür, wie die Diskurskultur in Deutschland, seit 2020, immer mehr an Niveau und Tiefe verloren hat. Die würdigen Gegner bleiben weiterhin aus. Ein paar rhetorische Höhepunkte von Tilo Jung:
»Wir zerstören unsere Wirtschaft und unseren Wohlstand. Das höre ich sonst nur von der AfD. Warum redest Du so? Du bist doch kein Rechter!«
»Wo nimmt denn die Deindustrialisierung an Fahrt auf?«
»Ich wollte von Dir doch nur wissen, warum Du die Rhetorik der AfD verwendest?«
Der Irrsinn durchzieht leider alle Bereiche des alltäglichen Lebens. Vorhin ereignete sich das Folgende:
Bei uns im Ort wird umgebaut und die Durchfahrt am Rathaus ist gesperrt. Ein Mitbürger will über sich über den Gehweg durchmogeln und wird von einem Bauarbeiter daran gehindert. Der Autofahrer will es nicht einsehen und dem Bauarbeiter droht er an, dass er ihn überfahren will. Erst als wir zu viert oder fünft auf den Autofahrer einwirken, gibt er nach dem vierten oder fünften Versuch klein bei und fährt über die kurze Umleitung zu seinem Ziel.
Wir standen nur sprachlos da und konnten nicht begreifen, weshalb der ältere, weiße Mann so verbissen, verbohrt und uneinsichtig war.
Miteinander reden, auch mit der Gegenseite, kann ich ja verstehen.
Sofern man auch tatsächlich redet, sich gegenseitig zuhört und verstehen will, und nicht von der Gegenseite einfach nur gewaltätig penetriert, formatiert und überschrieben werden soll.
Aber der Tilo J. ist ähnlich wie viele andere linke Hetzer leider nicht mehr zum reden in der Lage. Ausser mit seinesgleichen.
Sich also irgendetwas von und mit diesem eingebetteten Propagandisten anzusehen, fiele mir im Traum nicht mehr ein.
Und ähnlich wie bei den Propagandatalkshows verstehe ich nicht, warum geistig gesunde Menschen dort überhaupt noch auftreten.
Sie dürfen ihre Sicht der Dinge sowieso nicht anständig ausbreiten.
Irgendwie hat sich der gute Tilo in etwas verrannt, deswegen passt ja auch jedes Video mit Untertiteln wie »Faschismusfetisch« dazu. Und liefert uns ja eine große Steilvorlage für unsere Argumentation, warum das mit der Brandmauer einfach nicht hinhauen will. Und die Umfragewerte sprechen dazu wieder Bände. Also, wenn se meinen, sollen sie nur weiter ihre Schiene fahren, zuhören und umsteuern wollen sie ja immer noch nicht.
Es herrscht allgemein eine soziotoxische Mischung aus Kommunikation- und Diskursunfähigkeit, sowie Chauvinismus, Profit- und Machtinteressen, die auch die (vorgeblich) oppositionellen Kräfte durch- und zersetzen, dass keine wirkliche Solidarität möglich ist. Und durch die sinnreduzierte, indirekte Kommunikation über den Bildschirm wird das noch verstärkt.
Echte (direkte) Demokratie bewirkt auch keine Wunder bzw. macht nicht über Nacht aus Saulus-Menschen Paulus-Menschen, aber es ist erstaunlich wie sie allein durch die Tatsache, dass das (Stimm-)Volk über eine Sachfrage/Gesetzesvorlage entscheidet, zu einer Versachlichung der Debatte und einer generellen Befriedung wider die Spaltung der Gesellschaft beiträgt. Für mich zwei wichtige Gründe warum viele (eher einige wenige) so vehement dagegen sind, weil sie eben von Zwietracht und Spaltung direkt oder indirekt profitieren.
@ Holger Freitag, 4. April 2025 um 10:21
Als Linker wüsste ich nicht was an TJ links sein soll. Der ist einfach nur ein Schnösel.