Achtung: Killergemüse!

Nach der Schweinegrippe, BSE, Dioxin, der Vogelgrippe, Gammelfleisch und Sars haben wir nun Ehec. Ich kann auch nicht verstehen, weshalb man diese Gefahren nicht ernst nimmt. Die Chance an Ehec oder einer anderen Lebensmittel-Krankheit zu erkranken und zu sterben ist extrem hoch. Seht selbst: (Quelle: Wiki)

Tote bei Ehec bisher: 7. Am besten sollten alle Deutsche an einen Tropf und nur noch Flüssignahrung zu sich nehmen. Das wäre das Sicherste. Achja:

Üblicherweise beherrscht ein gesunder Körper die Infektion, so dass in vier bis zehn Tagen eine vollständige Remission eintritt.

- aerztezeitung.de vom 25. Mai 2011

Im Übrigen begehen jedes Jahr in Deutschland ca. 10.000 Menschen Selbstmord. Wieso gibt es hier keinen Medien-Aufschrei? BILD-Schlagzeile: »Hilfe, Deutschland stirbt aus! Wieso bringen wir uns um?«.

Neusprech-Abteilung der Bundesregierung

Die Bundesregierung unterhält seit Mai 2009 einen sog. »Redaktionsstab Rechtssprache«. Das Bundesministerium der Justiz gönnt sich somit eine Sprachberatung der Gesellschaft für deutsche Sprache. Nach eigenen Angaben hilft der Redationsstab bei der sprachlichen Feinarbeit von Gesetzestexten. Er arbeite adressatengerecht, frühzeitig, kontinuierlich, fachübergreifend und unabhängig.

Gleichzeitig sind verständliche Gesetze ein wichtiger Beitrag zu Bürgernähe und Bürokratieabbau.

- Redaktionsstab Rechtssprache

In der Praxis geht es um Verschleierung und die Schaffung von wohlklingenden Euphemismen. Im neuen ALG2-Gesetz fehlt demnach der Begriff »Hartz4« völlig. Stattdessen überlege man Begriffe wie »Chancenförderungsgesetz«, »ChaföG« –  in Anlehnung an BAföG – oder »Chancenförderungsgeld« zu verwenden.

Niemand soll mehr daran erinnert werden, wie menschenfeindlich das Gesetz ist und dass es nach einem korrupten VW-Mann benannt wurde. Ich werde auch in Zukunft bei »Hartz4« bleiben. Wir machen uns durch Sprachnormierung die Welt so, wie sie uns gefällt.

Die zickige DAISY

Ein gutes Beispiel wie Öffentlichkeitsarbeit bei Unternehmen funktioniert, bieten die Berliner Nahverkehrsbetriebe (BVG). Serviceabbau, Personalabbau, Fahrpreiserhöhungen, Zugverspätungen und zunehmende Unfreundlichkeit der Mitarbeiter werden als »Serviceoffensive« verkauft. Wie viele andere Unternehmen auch, ist die BVG sehr geschickt in ihrer Propaganda. Kamera-Überwachung auf Bahnhöfen z.B. soll den Fahrgästen dienen. Im folgenden ein Beispiel am Datenauskunftsinformationssystem (kurz: DAISY) der BVG. Weiterlesen

Wenn Oskar Lafontaine stirbt, dann...

...wird es so (oder so ähnlich) in den Gazetten stehen:

In der Nacht vom ... zum ... erlag der Linkspolitiker seinem Krebsleiden. Lafontaine war stets ein Kämpfer für die Schwachen und für mehr soziale Gerechtigkeit. Er war ein großartiger Redner und Buchautor. Ihm ist unter anderem die Gründung der Linkspartei zu verdanken. Auch warnte Lafontaine seine Wähler vor den Kosten der Deutschen Einheit, während Helmut Kohl von den »blühenden Landschaften« sprach, um wiedergewählt zu werden. Er blieb stets in der Tradition von Willy Brandt und der Friedensbewegung. Lafontaine war auf der Seite des Volkes und positionierte sich gegen Lobbyinteressen. Als linker Vordenker sprach er sich für einen Generalstreik als politisches Mittel aus.

Vielleicht wird es eine heuchlerische Einsicht geben. Wahrscheinlicher ist aber, dass folgendes verschwiegen wird: Weiterlesen

Sprachrohr der Macht

SpiegelOnline beweist wieder einmal, dass die Redaktion ein Lakai der Macht ist:

Einflussreiche Finanzexperten rechnen beim Spitzentreffen in Davos mit einem schnellen Ende der Schuldenkrise. [...] Die Elite der globalen Finanzwelt ist sich nahezu einig: Europa ist auf dem besten Weg, seine Schuldenkrise zu überwinden. [...] Das ist die Quintessenz dessen, was die meisten Großen der Branche in diesen Tagen beim Weltwirtschaftsforum in Davos der Öffentlichkeit mitteilen wollen.

»Einflussreiche Finanzexperten, die Elite, die Großen der Branche« — das soll Respekt einflößen und die Glaubwürdigkeit der Aussagen erhöhen.  Weiter unten im Artikel werden dann der Deutsche Bank Chef Ackermann, Chef der US-Investmentbank JP Morgan Chase, Zurich-Financial-Finanzchef Wemmer sowie die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro erwähnt. Das sind also die Großen, die Mächtigen, die Herrschenden. Nur was sie sagen oder entscheiden, ist von Bedeutung. Kritische oder gegenteilige Meinungen ‑abseits der Großen und der Experten- gibt es in dem Artikel nicht.

Expertengewäsch

Sie sind seit jeher die Speerspitze zur Argumentationsverstärkung: vermeintliche Politik- und Wirtschaftsexperten. Wir begegnen den Doktoren, Professoren, Hochschulabgängern, selbsternannten Sachkundigen, Wissenschaftlern oder sonstwie mit einem Titel versehenen Menschen, in jedem Medium. Ob Radio, Fernsehen, Printmedien oder Internet — sie sind überall. Die oft selbstverliebten Lackaffen fungieren häufig als erste und letzte Instanz, um bestimmte Interessen durchzusetzen. In Deutschland gibt es eine große Expertenhörigkeit und Expertengläubigkeit. Was ein Fachmann sagt und denkt, muss ja stimmen. Er oder Sie hat schließlich studiert, es gelernt, sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Oft wird vergessen, dass auch Experten Menschen und keine Halbgötter in Weiß sind. Sie haben Bedürfnisse, Interessen, Wünsche und Ängste. Und auch sie gehen aufs Klo.

Hinter einem vermeintlich objektiven Expertengewäsch steckt nur zu oft, eine Ideologie, ein Welt- und Menschenbild von der alle Gedanken getragen werden. Das Wissen von Fachidioten richtet sich, meiner Meinung nach, eben nicht nach dem NichtGott der Objektivität und der Neutralität, sondern nach Interessen und Weltbild. Oft genug reicht es,  bei Experten-Texten und Reden, das Welt- und Menschenbild sowie die Ideologie dahinter zu suchen und zu erkennen.  Denn bestimmte Weltbilder folgen immer bestimmten Argumentationsrichtlinien. Den Rest des Geschwurbels kann man sich dann gleich sparen.

Fällt euch was auf?

Die große Wirtschafts- und Finanzkrise ist vorbei. Natürlich wird es auch keine mehr geben. Natürlich nicht. Die nächste Wirtschaftskrise ist zwar schon längst da, aber sie heisst eben nicht so. Aus Wirtschaftskrise macht man nun die Eurokrise. Ob Finanz‑, Wirtschafts- oder Eurokrise, die Bezeichnung ändert sich, das korrupte und völlig marode System bleibt. Leider wird ein Großteil der Bevölkerung diese Zusammenhänge nicht erkennen. Man stülpt der Krise einen anderen Zusatz auf und will uns damit weismachen, dass jede Krise einzigartig sei und mit der letzten nichts zu tun habe. So werden wir noch viele Krisen durchleben und den Blick für das große Ganze verlieren.

Die Krise heisst Kapitalismus.

Neusprech: Faulheit

»Die Arbeit ist etwas Unnatürliches. Die Faulheit allein ist göttlich«.

- Anatole France

Faulheit bezeichnet im Sinne von faul und Fäulnis, dass Verderben und das Verwesen von Obst und von Tieren. Im Zeitalter von Arbeitsfetischismus, Sklavenmoral, Arbeitssucht und vorauseilendem Arbeitsgehorsam ist der Vorwurf der Faulheit eine schlimme Sünde. Wer als faul bezeichnet wird, sei träge, arbeitsscheu, unnütz, wertlos und letztlich gar überflüssig. Der Begriff ist im Kapitalismus negativ konnotiert und wird als Waffe gegen all jene verwendet, die sich nicht dem Hamsterrad der ewigen Selbstverwertung unterwerfen können oder wollen. Weiterlesen

Gepflegte Dauerpropaganda

Seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten, werden uns bestimmte Lügenmärchen und Mythen immer und immer wieder erzählt. Die herrschende Kaste will damit vor allem den Status Quo der Profitsicherung und den gesellschaftlichen Frieden aufrecht erhalten. Drei besonders penetrante Lügenmärchen, die uns durch jeglichen Kommunikationskanal fast täglich erreichen sind:

  1. Arbeitslose sind selbst schuld an ihrer Situation.
  2. Leistung lohnt sich.
  3. Wir werden immer älter und Deutschland stirbt aus.

Weiterlesen

Terroristen gesucht!

Berlins Innensenator Erhart Körting rief am 18. November in der Berliner Morgenpost alle Berliner dazu auf, »seltsam aussehende Menschen« den Behörden zu melden. Schließlich könnten Terroristen in unserer Nachbarschaft wohnen, ohne dass wir es merken. Selbstverständlich meint Körting damit nicht nur Araber. ZG hilft heute allen Lesern »seltsam aussehende Menschen« frühzeitig zu erkennen. Sieht jemand in Ihrer Nachbarschaft vielleicht so aus?